ruinas de Fort de Bernia, Sierra de Bernia

Sierra de Bernia – Rundweg um den Gebirgskamm

Der Gebirgszug Sierra de Bernia erhebt sich an der Grenze zwischen den Landkreisen Marina Alta und Marina Baixa. Während der Wanderung um den markant gezackten Gebirgskamm eröffnet sich eine beeindruckende Aussicht in die weite Landschaft der Costa Blanca. Obwohl der Gipfel in „nur“ 1126 Metern Höhe liegt, besitzt das kantige Massiv einen alpinen Charme und ist über die Region hinaus sehr bekannt. Der Rundweg PR-CV 7 um die Sierra de Bernia umfasst etwa 8,6 Kilometer. Unterwegs gibt zwei besonders interessante Orte zu entdecken. Dabei handelt es sich um die Überreste einer alten Festung und einen Tunnel im Felsen. Dieser trägt den Namen Forat de Bernia.

Wegen der schönen Aussicht lohnt es sich, des Öfteren eine Pause einzulegen. Aus diesem Grund sollte man etwa drei Stunden einplanen. Auf der Strecke gibt es ein paar leichte Anstiege zu überwinden, wobei die Wegbeschaffenheit überwiegend gut ist. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch ein paar steinige Abschnitte (teils mit losem Gestein), sodass feste Schuhe zu empfehlen sind. Allgemein ist der Wanderweg sehr gut mit weiß-gelben Zeichen und Wegweisern markiert, wodurch die Orientierung im Gelände gut möglich ist.

Anfahrt. Beginn und Ende der Route an den Casas de Bernia.

Die Anfahrt mit dem Auto erfolgt, ausgehend von Jalón oder Benissa, über die kurvenreiche Bergstraße CV-749. So geht es hinauf bis zu den Casas de Bernia, die sich in etwa 616 Metern Höhe über dem Meer befinden. Am Ende der Straße halten wir uns links und erreichen eine Fläche zum Parken. Ganz in der Nähe dienen zwei Informationstafeln mit Landkarten zur Orientierung. An dieser Stelle soll unsere Wanderung beginnen und enden. Von diesem Standpunkt aus eröffnet sich ein tolles Panorama. Das imposante Felsmassiv mit seinen steilen Hängen wirkt zerklüftet und markant-gezackt, sodass die Kamera keinesfalls fehlen sollte.

Fort de Bernia – Aufstieg zu den malerischen Ruinen.

Wir wandern entgegen des Uhrzeigersinns und nehmen dem entsprechend den Weg nach rechts, der zuerst an Weinfeldern vorbei und mit leichtem Anstieg bergauf führt. Der gut befestigte Wanderweg verläuft weiter zwischen dem Felsmassiv von Bernia und dem Massiv des Morro de l´Aspre. Schritt für Schritt nähern wir uns den Ruinen der einstigen Festung namens Fort de Bernia. Die Mauerreste befinden sich in 819 Metern Höhe. Vor dem Erreichen der Festung können wir in das wildromantische Tal des Rio Algar hinab blicken. Die Formgebung des Morro de l´Aspre wirkt meiner Meinung nach besonders eindrucksvoll und ist hervorragend als Fotomotiv geeignet. Im weiteren Verlauf wandelt sich die Beschaffenheit des Weges. Der schmale Pfad schlängelt sich entlang des Berghangs auf der Sonnenseite. An manchen Stellen ist es steinig.

Zusatz: für Kletterer.

Zur Erweiterung der Strecke gibt es auch deutlich anspruchsvollere Pfade, die jedoch nicht Teil dieses Rundweges sein sollen. Damit sind der Aufstieg zum Gipfel von Bernia und der Kammweg gemeint.

In der Nähe der Ruinen führt ein Steig zum Gipfel in 1126 Meter Höhe hinauf. Bei der Besteigung sollte man schwindelfrei sein und etwa 1,5 Stunden zusätzlich einplanen. Vorsicht ist geboten, denn der anspruchsvolle Gipfelpfad wird mit einer Schwierigkeit von T4 bis T5 eingestuft. Erfahrung im steilen und felsigen Gelände ist vorteilhaft. In jedem Fall ist Vorsicht geboten.

Auf dem Gipfel der Sierra de Bèrnia befindet sich ein geodätischer Fixpunkt zur Landvermessung (Vèrtice Geodésico), der Teil eines Netzwerkes von Messpunkten ist. Durch eine Säule wird die genaue Position des geodätischen Messpunktes definiert. Um wieder hinab zum Rundwanderweg zu gelangen, kann man auf demselben Pfad hinabsteigen. Alternativ führt der Weg ein Stück entlang des Grats bis zu einem tiefer gelegenen Punkt, der El Portixol genannt wird. Von El Portixol aus kann man ebenfalls wieder zum Hauptweg zurückkehren.

Darüber hinaus gibt es eine sehr anspruchsvolle Linie entlang des Gebirgskamms. Dabei handelt es sich um einen Steig, der nur für Bergfreunde mit Klettererfahrung zu empfehlen ist. Bei der Überquerung von Ost nach West muss eine Steilwand der Schwierigkeit V. überwunden werden, wozu Kletterausrüstung (Seil, Helm, Sicherungen) erforderlich ist. Mehrere steile Wände können nur durch Abseilen überwunden werden. Eine Herausforderung für Bergsteiger, die mit komplexen Kletterwegen am Kalkstein vertraut sind.

Forat de Bernia – Entlang der Sonnenseite bis zum Felsentunnel.

Wer es nicht zu steil mag, sollte lieber auf dem Rundweg bleiben und den überwältigenden Ausblick an den Ruinen genießen. Nach einer Pause geht es auf dem Wanderweg in etwa 800 Metern Höhe weiter. Der Abschnitt entlang der Sonnenseite ist besonders reizvoll, da man auf das glitzernde Mittelmeer blickt. Zwischenzeitlich wird der Wanderweg etwas steinig bzw. führt über loses Steingeröll. Weiter geht es in Richtung des Tunnels, der Cova del Forat de la Bernia genannt wird.

Der Felsentunnel befindet sich in 925 Metern Höhe und verläuft direkt durch den Berg hindurch. Bemerkenswert ist die Formgebung des Gesteins im Eingangsbereich, die ganz märchenhaft und urig wirkt. Dem Tunnel ist ein Felsplateau vorgelagert, das gern als Rastplatz & Fotomotiv genutzt wird. Von hier aus blickt man auf das Gebirge Sierra Helada, sowie auf die Küstenstädte Altea und Benidorm.

Rückweg zur Quelle und den Casas de Bèrnia.

Nach einer Pause gelangen wir in geduckter Haltung von der Sonnenseite auf die Schattenseite, denn der Tunnel ist an seiner niedrigsten Stelle nur einen Meter hoch. Im Inneren des 30 Meter langen Tunnels ist glücklicherweise immer zu beiden Seiten das Licht zu sehen, sodass man keine Stirnlampe benötigt. Nun ist es Zeit für den Abstieg in Richtung der Quelle namens Font de Bernia. Am Wegesrand fällt auf, dass die Vegetation auf der Schattenseite des Berges deutlich vielseitiger und üppiger ist, als die auf der Sonnenseite. Ab der Quelle verbreitert sich der Wanderweg wieder und führt bequem zurück zum Ausgangspunkt an den Casas de Bernia. Am Schluss der Wanderung kann man den Blick in Richtung Moraira, Montgó und Puig de la Llorença (Cumbre del Sol) schweifen lassen.

Der Rundweg in der Sierra de Bernia ist ein tolles Wanderziel. Ohne Zweifel gehört die abwechslungsreiche Strecke zu den schönsten Wanderrouten in der Provinz Alicante! Die Tour ist besonders im Frühling und Herbst zu empfehlen. Bei leichtem Nebel und im Gegenlicht wirkt die Berglandschaft der Sierra de Bernia gelegentlich ganz atmosphärisch.

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