paredes verticales de l´Ocaive, Sierra del Castell de la Solana

Castell de l´Ocaive und Castell d´Aixa – Sierra del Castell de la Solana

Wanderung von Xaló in die Sierra del Castell de la Solana.

Nachdem ich eine erste Erkundungs-Wanderung im südlichen Teil der Sierra del Castell de la Solana unternommen habe, war meine Neugier geweckt! Deshalb habe ich kurz darauf eine längere Variante des Rundweges PR-CV 53 erwandert. Es handelt sich um eine ausgedehnte und intensive Runde, die rings um und über das Gebirge führt. Insgesamt ist die Route etwa 18 km lang und sollte (mit ausgiebigen Fotopausen) als Tagestour geplant werden. Die Sierra del Castell de la Solana erstreckt sich zwischen den Ortschaften Pedreguer, Alcalalí, Xaló, Lliber und Gata de Gorgos.

Allgemein besitzt der Wanderweg PR-CV 53 einen mittleren Schwierigkeitsgrad und ist sehr gut markiert. Das gelb-weiße Wegzeichen ist in regelmäßigen Abständen auf Steinen am Wegesrand aufgemalt worden und erleichtert die Orientierung. Darüber hinaus befinden sich an einigen Weggabelungen auch Hinweisschilder. Zahlreiche Varianten der markierten Route sind möglich und laden dazu ein, das Gebiet ausgiebig zu erkunden. Obwohl die Rahmenbedingungen so ideal erscheinen, hatte ich den Eindruck, als ob die Gegend weniger bekannt ist. Weit und breit war zum Zeitpunkt meiner Wanderung fast niemand weiter unterwegs, weshalb ich die Abgeschiedenheit in den Bergen sehr genießen konnte.

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Ruinen, Brunnen und regionale Geschichte.

Darüber hinaus animiert das Wandern in der Sierra del Castell de la Solana zu einer gedanklichen Zeitreise, denn der Rundweg hat einige historische und kulturelle Besonderheiten zu bieten. Zwei Burgruinen, Spuren der traditionellen Trockenstein-Bauweise und alte Bewässerungstechnik erinnern daran, dass die Menschen bereits vor sehr langer Zeit in dieser Gegend gelebt und gearbeitet haben. Die Ruinen des Castell de l´Ocaive und des Castell d´Aixa befinden sich jeweils in erhöhten Positionen und dienten einst als Beobachtungsposten. Zudem gibt es mehrere Brunnen, Zisternen und alte Systeme zur Bewässerung zu entdecken. Aber auch Steinwege, Befestigungen und die Ruinen alter Steinhäuser erinnern an die früheren Arbeiter und Landwirte in der Region. Einige Bereiche des Gebirges wurden mit Steinmauern befestigt, um somit auch schwer zugängliche Gebiete in Hanglage landwirtschaftlich nutzen zu können.

Start der Wanderung im Valle de Pop, am Río Xaló.

Ausgangs- und Zielpunkt dieser Wanderung ist eine kleine Brücke, die über den Flusslauf des Río Xaló führt. Sie befindet sich im nördlichen Teil des Ortes Xaló (Jalón). Für die Anfahrt eignet sich die CV-750 aus Richtung Benissa (auf der AP7 bis zur Abfahrt Benissa). Der gelb-weißen Markierung folgend, nehmen wir den Weg nach Norden und durchwandern eine ländliche Gegend. Am Wegesrand fallen kleine Felder und saftig-grüne Rebstöcke auf, denn das Valle de Pop ist ein bekanntes Weinanbaugebiet. Im Allgemeinen bietet das Valle de Pop eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend, die von malerischen Bergen umringt ist.

Nach dem ersten Anstieg auf breiten Wegen erreichen wir die Urbanización La Solana, die sich am Fuße des Gebirges befindet. Hiebei verwandelt sich der gut befestigte Weg in einen kleinen Pfad, der durch einen mediterranen Pinienwald und weiter den Hang hinauf führt. Nach und nach gewinnen wir an Höhe. Die Vegetation in diesem Gebiet erscheint mir sehr vielseitig und im angenehmen Halbschatten der Bäume fällt der Aufstieg etwas leichter. Ein wohliger Geruch von Piniennadeln und mediterranen Gewürzen liegt in der Luft.

Wir erreichen eine Weggabelung, an der wir links abbiegen und dem Hinweis “Font de la Tía Xima” folgen. Also geht es auf kleinen Pfaden in den westlichen Bereich des Gebirges. Zweifellos scheinen hier in letzter Zeit nur wenige Wanderer unterwegs gewesen zu sein, denn an einigen Stellen versperren stachelige Sträucher und Spinnennetzte den Weg. Dafür bieten sich aber tolle Ausblicke in die Landschaft. Allmählich geht es weiter in nordwestliche Richtung und damit abwärts bis zur (ausgetrockneten) Wasserstelle Font de la Tía Xima, die sich in einer Senke mit üppiger Vegetation befindet.

Von nun an wandern wir auf der Schattenseite des Gebirges und in halber Höhe weiter in nordöstliche Richtung. Dazu biegen wir kurz vor der Font de la Tía Xima nach rechts ab und folgen dem Hinweisschild “Font de l´Ocaive / Pedreguer”. So geht es auf überwiegend breiten Wegen weiter durch eine landwirtschaftlich geprägte und sehr ruhige Region.

Entlang der Schattenseite des Gebirges bis zum Kletterfelsen von l´Ocaive.

Auf der Schattenseite, die den bequemsten Abschnitt der Wanderung darstellt, kommen wir an zahlreichen Zitrusbäumen und Feldern vorbei. Dabei verlieren wir immer weiter an Höhe. Im Nordwesten sind die kleine Ortschaft Llosa de Camacho und der Gebirgszug der Sierra de Seguili zu sehen. Im Verlauf der Strecke wird der Weg jedoch zusehens schmaler und steiniger.

Lässt man den Blick nach rechts zum Gebirge schweifen, so sind einige markante Felswände zu sehen, die ein traumhaft schönes Panorama bilden. Schließlich erreichen wir einige idyllisch gelegene Wohnhäuser, wo sich auch ein kleines Wasserbecken befindet. Dabei handelt es sich um die Font de l´Ocaive. An dieser Stelle teilt sich der Weg. Wir nehmen den Pfad nach rechts und durchqueren dabei ein uriges Waldgebiet sowie eine Schlucht. Es geht aufwärts und recht flott nähern wir uns einer steilen Felswand.

Am Felsen von l´Ocaive befinden sich zahlreiche Kletterwege. Insbesondere die Pisten an der Schattenseite sehen sehr anspruchsvoll aus. Gemeint ist die Westwand, die mit ihren Überhängen und höhlenartigen Strukturen im Fels auffällt. Sowohl die Struktur, als auch die Farben des Felsens wirken sehr eindrucksvoll. Besonders in den steilsten Bereichen der Wand besitzt der Kalkstein interessante Farbnuancen von grau bis gelb-orange.

Aber es gibt auch die Möglichkeit, den Gipfel von l´Ocaive ohne Kletterei zu erreichen. Der Wanderpfad führt rechts an der Steilwand vorbei und schlängelt sich hinauf bis zur Ruine des Castell de l´Ocaive, die hoch oben auf dem Felsen thront. Für einen Kurzausflug oder zum Klettern in l´Ocaive ist die Anfahrt von Pedreguer aus zu empfehlen (auf der AP7 bis Pedreguer und weiter auf der CV-720).

Castell de l´Ocaive.

Die Mauerreste des Castell de l´Ocaive befinden sich in 319 Metern über dem Meeresspiegel. Die Anlage stammt aus der Zeit der muslimischen Herrschaft in Spanien und war Bestandteil eines Systems zur Küstenverteidigung. Dank ihrer erhöhten Position, die einen fantastischen Weitblick in die Landschaft bietet, konnte man von l´Ocaive die Region sehr gut beobachten und die Bevölkerung frühzeitig vor Angriffen warnen. Das Castell kontrollierte das Valle de la Llosa de Camancho. Im Mittelalter führte ein wichtiger Handelsweg durch das Tal und bis nach Dénia. Anhand der Mauerreste ist der Grundriss noch ansatzweise erkennbar. Demnach muss das Castell de l´Ocaive einst aus einem Turm, einer Vorratskammer und einer Zisterne bestanden haben. Der Wachturm diente als Beobachtungsposten und stand auch mit den anderen Standorten zur Küstenüberwachung in engem Kontakt.

Camino de los pozos (Weg der Brunnen) und Muntanya Gran.

Wir setzen unsere Wanderung auf dem Camino de los pozos (Camí dels Pouets) fort. Der Name bezieht sich auf die große Anzahl an Brunnen und Zisternen, die es in diesem Gebiet gibt. Am Wegesrand fallen auch die Ruinen einiger Steinhäuser auf und die weite Landschaft ist geprägt von alten Steinmauern, die zur Besfetigung entlang der Hänge angelegt worden sind. In jener Zeit, als die befestigten Berghänge landwirtschaftlich genutzt wurden, musste auch für eine gute Bewässerung der Felder gesorgt sein. Vorrangig kultivierten die Landwirte Moscatel-Trauben, aus denen man nach der Ernte traditionell Rosinen herstellte.

Vom Camino de los pozos bietet sich übrigens eine fantastische Sicht auf den Montgó im Nordosten. Unterwegs wechseln wir nochmals die Richtung, um in die Muntanya Gran aufzusteigen. Also wandern wir von nun an in südwestliche Richtung und bis zum Gipfel, auf dem sich die Ruine des Castell d´Aixa befindet. Beim Blick nach Südosten sind auch einige markante Erhebungen in Küstennähe zu erkennen: Puig de la Llorença (Cumbre del Sol), Cap d´Or und Peñón de Ifach.

Der Gipfel Castell d´Aixa mit einem Vermessungspunkt und den Mauerresten einer Festungsanlage.

Schließlich erreichen wir den höchsten Punkt der Sierra del Castell de la Solana, wo sich die Spuren des einstigen Castell d´Aixa befinden. Ein ganz malerischer Ort, an dem es mir beinahe so vorkam, als sei die Zeit stehen geblieben! Ebenso wie Castell de l´Ocaive, besaß auch Castell d´Aixa eine militärstrategische Bedeutung. Auch hier gab es einen Wachturm, der zur Überwachung der Küstenregion diente. Das Tal am Río Xaló und die umliegenden Gebirge konnten aus der Ferne sehr gut beobachtet werden.

Lassen wir den Blick nach Süden schweifen, so erhebt sich Tossal Gran im Vordergrund. Im Hintergrund erstrecken sich Lloma Llarga, Alt de l´Ample, Sierra del Ferrer und die Sierra de Bèrnia. Im Westen liegt die Sierra de Seguili, im Südwesten befindet sich die Sierra de Carrascal del Parcent und im Nordwesten die Sierra de Segària. Ein atemberaubender Panoramablick in eine scheinbar endlose Berglandschaft, sowie auf das Mittelmeer! Daher lohnt sich eine ausgiebige Gipfelpause zum Fotografieren und Genießen.

Darüber hinaus befindet sich auf dem Gipfel eine Säule aus Beton. Dabei handelt es sich um den Vértice Geodésico Castell d´Aixa, der 607 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Dank seiner erhöhten Postion mit hervorragender Weitsicht, gehört dieser Standort zum Netzwerk geodätischer Punkte in der Provincia Alicante.

Auf dem Gipfel Castell d´Aixa fallen zudem die traditionellen Steinmauern zur Befestigung auf und es liegt die Vermutung nahe, dass an diesem schönen Ort bereits in früherer Zeit verschiedene Nutzpflanzen angebaut worden sind. Entlang der Mauern führt ein steiniger Pfad den Hang hinab und wir gelangen zurück an eine bereits bekannte Weggabelung.

Tossal Gran und Abstieg nach Xaló.

Kurz vor dem Abstieg ins Tal lohnt sich ggf. noch ein kleiner Umweg hinauf zum Gipfel des Tossal Gran. Ein unmarkierter Pfad schlängelt sich den steinigen Hang hinauf. Die kurze Anstrengung zum Schluss lohnt sich durchaus, denn auf dem Gipfel des Tossal Gran bieten sich ebenfalls wunderbare Ausblicke in die Landschaft. Zudem ist es die perfekte Gelegenheit, Castell d´Aixa noch einmal aus der Distanz zu betrachten. Danach steigen wir wieder hinab zur Weggabelung. Nach dieser intensiven Runde ist es nun wirklich Zeit für den Abstieg in das Valle de Pop. Um wieder in den Ort Xaló zu gelangen, wählen wir genau den Pfad, den wir bereits vom Aufstieg kennen.

Im Wandergepäck sollten guter Sonnenschutz und eine große Wasserflasche keinesfalls fehlen!

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