Sierra del Carrascal de Parcent

Sierra del Carrascal de Parcent und Coll de Rates

Nachdem ich den Aussichtspunkt Coll de Rates bereits bei meiner Wanderung zum Felsen Penya Talai erkundet habe, sollte es noch ein weiteres Mal in dieses landschftlich schöne Gebiet gehen. Diesmal führt der Weg von Parcent, einem kleinen Ort im Valle de Pop, hinauf zum Mirador Coll de Rates und über den langen Rücken der Sierra del Carrascal de Parcent. Hoch oben gibt es einen geodätischen Schnittpunkt zu entdecken. Die gesamte Wegstrecke wird von einem fantastischen Bergpanorama begleitet. Dabei lohnt es sich, ausgiebige Pausen zum Fotografieren und Genießen einzuplanen.

Die Sierra erhebt sich im Süden von Parcent, wo sich auch der Anfangs- und Endpunkt dieser Wanderung befindet. Dabei führt die Route entlang des sehr gut markierten Wanderweges PR-CV 158, der überwiegend gut befestigt ist. Nur im oberen Teil der Sierra, nach dem die Beobachtungsstation erreicht ist, wandelt sich der Wanderweg in einen steinigen Pfad, der über die kantigen Gesteinsformationen des Lapiaz führt. Meiner Meinung nach stellt der felsige Abschnitt über den Bergkamm den reizvollsten Teil der Wanderung dar. Der Rückweg verläuft über die Hochebene Tossal de Polupí, hinab bis zur Wasserstelle Font de la Foia und durch den Barranco de les Cabres zurück nach Parcent.

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Überblick über die Wanderroute.

Länge der Wanderung: 14 km
voraussichtliche Dauer: etwa 4 Stunden, mit ausgiebigen Pausen 5 Stunden
Höchster Punkt: Gipfel der Sierra del Carrascal de Parcent in 996 Metern Höhe
Höhenunterschied, kumulierter Anstieg: 736 m
Schwierigkeitsgrad: mittel, die Wegbeschaffenheit gestaltet sich sehr abwechslungsreich, denn es gibt befestigte Asphaltpisten und breite Wanderwege – aber auch schmale Pfadspuren, die über den verwitterten Kalkstein führen.
Beschilderung: sehr gut, es gibt durchweg Wegmarkierungen und an den Weggabelungen befinden sich Hinweisschilder mit Zeitangaben.

Camino de las Pasas “Weg der Rosinen”.

Im ersten Abschnitt der Wanderung lohnt sich ein Blick in die Geschichte, denn der Aufstieg erfolgt auf einem traditionellen Handelsweg. Der Camino de las Pasas wurde für den Transport von Rosinen zwischen Tàrbena und Parcent genutzt. Insgesamt führte er über die Berge und weiter bis an die Küste.

Ausgehend von Parcent, beginnt die Wanderung an der Straße CV-720. Entlang der Wanderroute PR-CV 158 starten wir auf der asphaltierten Anliegerstraße Camí dels Pous, die durch ein landwirtschaftlich geprägtes Gebiet führt. In der Ferne sind Penya Talai und die langgestreckte Sierra del Carrascal zu sehen. Links des Weges zieht eine traditionelle Wasserstelle die Blicke auf sich. Früher diente sie als Tränke für das Vieh der Landwirte. Heute ist es ein schöner Rastplatz für Wanderer, wobei man auf die weißen Häuschen von Parcent im Norden und in die Berge im Süden blickt. Wir nähern uns weiter dem Fuße des Berges, wobei sich die kleine Straße in einen Forstweg verwandelt. Er ist von Steinen gesäumt, wird mit zunehmender Höhe etwas schmaler und schlängelt sich hinauf bis Coll de Rates.

Als ehemaliger Transportweg für Rosinen, besitzt er eine historische Bedeutung und wird im Volksmund “Camí de les Revoltes o de la Pansa” genannt. Einst transportierten die Weinbauern auf diesem Weg ihre Rosinen von Tàrbena nach Parcent … und weiter bis in die Küstenstadt Dènia um sie zu exportieren. In der Vergangenheit stellte der Weinanbau und die Herstellung von Rosinen einen wichtigen Wirtschaftszweig in der Region dar. Es existierten zahlreiche Bergrouten wie diese. Die historischen Wege zeugen davon, dass eine wirtschfliche Verbindung zwischen den kleinen Orten bestanden hat und die Landwirte den beschwerlichen Weg über die Berge nehmen mussten, um ihre Waren über die Region hinaus verkaufen zu können.

Der Aufstieg wird mit einer tollen Aussicht belohnt, denn vom Mirador Coll de Rates lassen sich die wichtigsten Erhebungen der Gebiete Marina Alta und Maria Baja in Augenschein nehmen. Darüber hinaus lädt ein kleines Bergrestaurant zu Pausieren ein.

Von Coll de Rates zum Gipfel der Sierra del Carrascal de Parcent.

Nun soll es entlang der asphaltierten Piste weiter gehen, die hinauf in die Sierra del Carrascal und bis zu einem Beobachtungsposten führt. Lässt man unterwegs den Blick in südwestliche Richtung schweifen, so beeindrucken die Sierra del Ferrer und die Sierra de Bèrnia im Hintergrund. Im Süden liegt das Tal von Tàrbena. In Höhe der Beobachtungsstation wandelt sich die Wegbeschaffenheit, wobei die Wanderung entlang einer steinigen Pfadspur und über den Rücken des Gebirges weitergeht. Hierbei dominieren die typischen Gesteinsformationen des Lapiaz, die durch Erosionsprozesse entstanden sind. Wir erreichen eine weiße Betonsäule, die einen geodätischen Schnittpunkt vierter Ordnung markiert. Dabei handelt es sich um den Vèrtice Geodésico Coll de Rates, der zum Netzwerk von Vermessungspunkten innerhalb der Comunidad Valenciana gehört.

Es geht weiter aufwärts und in Richtung einiger Antennen, die sich in unmittelbarer Nähe des höchsten Punktes befinden. Der Gipfel der Sierra del Carrascal de Parcent liegt in 993 Metern über dem Meeresspiegel. In diesem Bereich sind die Gesteinsformen des Kalksteins am kantigsten. Entlang des geschwungenen Bergrückens geht es weiter in Richtung einer Hochebene.

Tossal de Polupí, Hochebene mit fantastischer Aussicht.

Der Weg im oberen Bereich des Gebirges bezaubert durchweg mit tollen Ausblicken und stellt den anspruchsvollsten Teil der Wanderung dar. Nach einer Weile erreichen wir den Tossal de Polupí. Im Süden eröffnet sich aufs Neue ein schönes Bergpanorama, wobei die Felsen, auf denen sich die Burganlage von Tàrbena befindet, ganz märchenhaft in der Landschaft wirken. Im Hintergrund erheben sich majestätisch die Berge Puig Campana, Monte Ponoig (Ponotx) und Penyó Roc. Ebenso sind die Bergketten der Sierra de Aitana und Sierra de Aixortà zu sehen.
Der Blick nach Norden ist nicht weniger eindrucksvoll, denn dort erheben sich die Berge des Cavall Verd, die Sierra del Migdia, sowie in Küstennähe die Sierra Segària. Schwenkt man den Blick etwas weiter nach Nordosten, so sind die Sierra del Seguili, Sierra del Castell de la Solana, der Montgó und die Sierra de Seldetes zu erkennen.

Abstieg in Richtung der Wasserstelle Font de la Foia.

Ausgehend von der Hochebene, verläuft der Wanderpfad erst in nördliche Richtung. Daraufhin beginnt der Abstieg in Richtung Osten. Unterwegs gibt es mehrere Abzweige vom Hauptweg, die zur “Casa de la Neu” und “Cova de Coloms” führen. Schritt für Schritt verlieren wir an Höhe und erreichen schließlich die Wasserstelle namens Font de la Foia. Nun ist es nicht mehr weit bis Parcent. Der Weg führt an Landhäusern, einem Gestüt und zahlreichen Feigenbäumen vorbei … wir überqueren die Straße CV-715 … durchwandern ein ausgetrocknetes, steiniges Flussbett (den Barranco de les Cabres) und erreichen nach insgesamt 14 Kilometern unseren Ausgangspunkt.

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